
An traditionellen Traditionen beiwohnen zu dürfen ist für einen Muzungu etwas Schönes, es gibt einem ganz Klar das Gefühl dazuzugehören. Vor knapp 5 Wochen kam Immacule's und Eugène's Poppi zur Welt. Ruandische Tradion ist es, das Neuegeborene der Gesellschaft nach acht Tagen auf der Welt "vorzustellen". Dabei spielt auch dessen künftige peer-group, also alle Kinder aus der Nachbarschaft eine wichtige Rolle. Sie sind es nämlich, die gemäss Tradition die Namensgebung vollziehen oder besser gesagt der Mutter Namen vorschlagen, von denen dann die Eltern den Besten auswählen. Traditionell ist das Elternpaar dafür verantwortlich, dass die Kinder gut und in einer fixen Abfolge speziell bewirtschaftet werden. Wie auch bei den schnupfenden Jodler in der Schweiz sind Traditionen von modernen Errungenschaften der Zivilisation geprägt und so war das Fest bald in den Händen von einem Haufen vom fantaschen'Zuckerschock überdrehten Kindern. Ein wenig Disziplin wurde jedoch von allen verlangt, als man zu eigentlichen Namensgebung geschritten ist. Jeder setzt sich neben das frischgebackene Mami und verkündete voller Stolz den Namen der in seinen Augen cool tönt. Die Mutter wiedeholte diesen Namen laut, das Publikum machte aaaa, oooo, eeee oder schmunzelte und der Vater machte sich Notzen, die er schliesslich mit seiner Frau bespricht. Resultat des ganzen Prozedere war der Name "Owen Neza Kayijamahe". Nicht wirklich einer der vorgeschlagenen Namen, aber einer der vor allem dem unglaublich stolzen Eugène verheerend gut gefällt.
Ruanda ist seit der kwita izina von Owen endlich wieder in der Regenzeit. Die Temperaturen sind deutlich gesunken und die Strassen fast schon autobahnähnlich flachgepresst. So werden nicht nur die ruandischen Kinderstuben mit neuem Leben erfüllt, sondern auch die in der Zwischenzeit sehr braunen Hügel Ruandas.
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