
Im Nyungwe – Regenwald - Hier der schier unglaubliche und bis zur letzen Zeilen fessenlde Tatsachenbericht eines Sonntagsausfluges der Extraklasse.
Der Nyungwe – Regenwald ist zugleich der jüngste Nationalpark Ruandas und einer der ältesten Regenwälder Afrikas. Er kann mit diversen Superlativen auftrumpfen. Unter anderem ist er einer der grössten montanen Regenwälder in Afrika (im Vergleich dazu sind eure 2 Meter Neuschnee ein Pappenstiel). Man darf also gespannt sein zumal meine Urwaldaufenthalte von Chiang Mai bis Juneau immer spezielle Action geboten haben.
Um zu diesem Wald zu kommen haben wir (mein holländischer Mitbewohner und dessen Besuch (ein abgehalfterter US-Kriegsveteran und dessen Freundin) einen Taxler gechartert. Die Fahrt zum Parkeingang ist eindrücklich, da sie über eine kurvenreiche Strasse vorbei an Gikongoro (berühmtberüchtigt für die Ereignisse im Jahr 1994) und vorbei an sorfältig terrassierten Hügel auf denen u.a. Tee angebaut wird, führt. Auf dieser Strecke gibt es ziemlich viele Militärpatroullien, da die Demokratische Republik Kongo sich praktisch in Sichtweite befindet und die ruandische Armee zur Zeit im Kongo „tätig“ ist. Die Soldaten sind aber locker drauf und quitieren die Anwesenheit eines Weissen nur mit einem Lächeln. Ansonsten hat es vor allem im Abschnitt um Gikongoro extrem viele Leute auf der Strasse (wie wenn ein Hockeymatch gerade fertig wäre). Die meisten sind zu Fuss unterwegs, einige mit Velos, viel weniger mit Töffs und nur höchst selten mit dem Auto (auf einer Dreistundenfahrt begegnet man auf dieser Strecke ca. 10 Autos).
Nach 3 Stunden fahrt auf einer sehr kurvigen, schlaglöchergespickten Strasse sind wir beim Park angekommen. Völlig unerwartet waren wir die einzigen Besucher. Wir haben mit einem der Guides unsere Wunschroute durch den Regenwald besprochen. Die Wanderung war sehr eindrücklich. Das Dickicht war dicht und der Regenwald regnerisch. Dadurch da auch das Gebiet, auf dem der Regenwald steht hügelig ist, kann man, sobald sich das Dickicht lichtet auf die gegenüberliegende Seite des Tales sehen. Die Kronen der Bäume sind so dicht und sieht aus wie ein grosses grünes Kissen. Auf unserer Wanderungen sind wir Bergaffen, Blauaffen und Kolumbusaffen, giftigen Fröschen und Wasserfällen begegnet. Ich bin auf einen rutschigen Stein gestanden und auf den Rüssel gefallen.
Unser Taxler, der beim Parkeingang gewartet hat, hat uns dann wieder zurück nach Butare gefahren, nicht jedoch ohne an der Wasserscheide Kongo – Nil zu stoppen. Diese Gelegenheit habe ich dann genutzt um auf die Nilseite zu pinkeln (Denkt daran, wenn ihr das nächste mal im Mittelmeer badet oder über die grosse Fruchtbarkeit entlang des Nil lest ...).
Den Abend habe ich dann bei Bier und Dokumentarfilm mit einem britischen Archeologen namens John ausklingen lassen. Doch das ist eine andere Geschichte....
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